PFORZHEIM FOR DESIGNLOVERS
Pforzheim - eine Stadt reich an Geschichte, Natur und Kultur. Nach der fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde hier ein radikaler Neuanfang gewagt, der das Erbe der Nachkriegsmoderne begründete. Doch Pforzheim ist nicht nur architektonisch reich, sondern auch ein Schmelztiegel für die Kreativwirtschaft. Zahlreiche Designer*innen und Künstler*innen leben und arbeiten in der Stadt und sorgen für eine dynamische Szene. Aus gutem Grunde: Besondere Shoppingmöglichkeiten, ein vielseitiges Angebot kulinarischer Köstlichkeiten und eine reizvolle Natur sorgen in Pforzheim für eine hohe Lebensqualität.
Made in Pforzheim
In Pforzheim gibt es eine vielfältige Gemeinschaft kreativer Köpfe, die nicht nur lokale Bekanntheit erlangt haben, sondern auch über Ländergrenzen hinweg Anerkennung finden. Von talentierten Schmuckdesigner*innen bis hin zu visionären Bildhauer*innen und innovativen Modedesigner*innen – sie alle prägen das kulturelle Leben der Stadt. Ihre Werke sind Ausdruck von Originalität und Innovation, setzen neue Standards und stellen mit ihrem kreativen und wirtschaftlichen Potenzial eine große Bereicherung für die Stadt dar.
Lady Gaga, Beyoncé, Doja Cat und Björk – sie alle sind Kundinnen des Pforzheimer Modedesigners Rebar Aziz. Nach seinem Abschluss an der Hochschule Pforzheim im Jahr 2020 blieb Aziz in seinem Atelier im EMMA – Kreativzentrum, wo er seitdem individuelle Konzepte und einzigartige Kollektionen entwickelt. Mit seiner Arbeit trägt Aziz zur Sichtbarkeit zeitgenössischer Mode aus Pforzheim auf internationaler Ebene bei.
Bei Iris Bodemer folgt die Technik der Idee: Erst wenn die Pforzheimer Künstlerin klar definiert hat, was sie zeigen und ausdrücken möchte, setzt sie ihre Schmuckstücke in einem passenden Material und mit der entsprechenden Technik um. Dabei schließt sie nicht aus, dass materialbedingte und technische Zufälle auftreten können. Bodemers Werke sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen zu sehen, z. B. im Schmuckmuseum Pforzheim, im CODA Apeldoorn (Niederlande) oder in der Marzee Collection. Iris Bodemer erhielt darüber hinaus renommierte Preise, wie z. B. den Marzee-Preis und den Herbert-Hofmann-Preis.
Musik trifft auf Hanf: Der Pforzheimer Designer Jakob Frank nutzt für seine Akustikgitarren Hempstone – ein Material aus Hanffasern und Wasser, das eine ähnliche Härte wie Holz aufweist und ohne synthetische Bindemittel auskommt. Den ersten Prototypen entwickelte Frank während seiner Bachelorarbeit im Fach Industriedesign an der Hochschule Pforzheim. Es dauerte über drei Jahre, bis die ersten Hanfgitarren in Serie produziert werden konnten. In seiner Werkstatt in Pforzheim entstehen mittlerweile verschiedene Gitarrenmodelle sowie Bässe und Ukulelen in unterschiedlichen Ausführungen. Frank wurde für seine Instrumente, allesamt Unikate, bereits mit dem Förderpreis für das junge Kunsthandwerk 2020 ausgezeichnet.
Janusz Czech sucht in seinen Werken bewusst die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen. Czech hat Malerei, Grafik und konzeptuelle Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe sowie an der Akademie der Bildenden Künste in Wien studiert und schloss sein Studium 2014 als Meisterschüler ab. Er ist Redaktionsmitglied beim philosophischen Wirtschaftsmagazin agora42 und seit 2019 Künstlerischer Leiter des städtischen Kunstraumes A.K.T; in Pforzheim und seit 2025 Kurator des Pforzheimer Kunstvereins. 2021 erhielt er ein Stipendium der Cité Internationale des Arts des Paris und ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds. Seine Installation „Anarchie-Tektur“ wurde 2021 von der Sammlung der zeitgenössischen Kunst der Bundesrepublik Deutschland erworben.
Kaum ein anderer Künstler prägt das Stadtbild Pforzheims so sehr wie René Dantes: An zahlreichen Plätzen in der Goldstadt sind Werke des in Pforzheim geborenen Bildhauers zu sehen. Ausgangspunkt seiner Skulpturen aus Edelstahl, Cortenstahl oder Stein bildet die intensive Betrachtung des Menschen und der Natur. Eines seiner bekanntesten Werke ist das Bertha-Benz-Denkmal beim Waisenhausplatz – eine Reminiszenz an die berühmte Pforzheimerin. Auch seine fünf Skulpturen aus der Reihe „Urban Nature“ in der Kaiser-Friedrich-Straße haben in Pforzheim ihr Zuhause. Die Skulpturenmeile wurde im Rahmen des europäischen Wettbewerbs „URBACT – Good Practice Call“ als Beispiel gelungener Stadtteilentwicklung in Europa ausgezeichnet. Dantes, der Malerei und Bildhauerei in Wien und Paris studierte, zeigt seine Werke seit 1987 in bundesweiten und internationalen Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, z. B. in New York, Peking, Paris, Antwerpen oder Berlin.
Frieda Dörfer, gelernte Goldschmiedin sowie Absolventin der Goldschmiedeschule und der Hochschule Pforzheim, fertigt in ihrem Pforzheimer Atelier Broschen, Ketten und Ringe an, die sich allesamt durch die präzise Technik des Guillochierens auszeichnen. Bereits während ihres Studiums hat sich Dörfer auf die halbmechanische Graviertechnik spezialisiert, die insbesondere in der manufakturellen Schmuckproduktion des 19. Jahrhunderts zum Einsatz kam. Ihre Werke sind Teil der Sammlungen im Schmuckmuseum Pforzheim und im Badischen Landesmuseum Karlsruhe. Sie wurden unter anderem in der Galerie Ra in Amsterdam und im Goldmuseum Taipei in Taiwan gezeigt und waren Teil zahlreicher Ausstellungen wie der Mari Funaki Contemporary Jewellery in Melbourne (Australien) oder der German Contemporary Jewelry Exhibition in Hangzhou (China). 2019 erhielt sie den Förderpreis für junges Kunsthandwerk vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau und dem Förderverein des Kunsthandwerks Baden-Württemberg.
Places to be
An den kreativen Brennpunkten Pforzheims entfaltet sich eine Lebendigkeit, die die Stadt zu einem pulsierenden Ort für Kunst und Kultur macht. Hier finden Kreativschaffende den Raum, ihre innovativen Ideen abseits des Mainstreams zu verwirklichen. Durch die Nutzung leerstehender Flächen und Räume entstehen Kunstgalerien, Designstudios und kreative Hotspots, die ein breites Publikum anziehen. Zudem fungiert Pforzheim als Gastgeber für zahlreiche Design- und Kunstevents, die der Stadt über ihre Grenzen hinaus Aufmerksamkeit schenken.
Markant fügt er sich in das Erscheinungsbild des Quartiers an der Enz in Pforzheim: der Treppenhausturm der ehemaligen Alfons-Kern-Schule, der beim Abriss der Schule im Jahr 2010 dank der denkmalgeschützten Sonnenuhr auf der Südseite erhalten blieb. Der Alfons-Kern-Turm – heute vor allem unter dem Label A.K.T; bekannt – ist ein Ort für gesellschaftliche Diskurse und ein interdisziplinäres Labor der Zukunft. Hier werden aktuelle Fragestellungen und die gesellschaftliche Relevanz von Kunst und Design sichtbar gemacht. Auf zwei Stockwerken finden im A.K.T; regelmäßig Ausstellungen zeitgenössischer nationaler und internationaler Künstler*innen und Designer*innen statt. Es werden zudem Führungen und Workshops angeboten. Im Obergeschoss erforschen Studierende des Masterstudiengangs Design & Future Making der Hochschule Pforzheim im MADLAB Zukunftsfragen, im Erdgeschoss ist das Café Roland beheimatet.
Unter dem Slogan „Wohnen, Arbeiten, Kunst und Kultur“ hat sich auf dem Gelände, in den weitläufigen Hallen und den Räumlichkeiten des Alten Pforzheimer Schlachthofes ein kleines, lebendiges Quartier entwickelt. Hier gibt es neben Wohn- und Arbeitsflächen auch Räume für Veranstaltungen und Kultur. Regelmäßig öffnen die Künstler*innen ihre Ateliers, es finden Kunstmärkte sowie Theateraufführungen, Lesungen und Musikveranstaltungen statt.
Für die Kreativwirtschaft aus Pforzheim und der Region ist das EMMA – Kreativzentrum Pforzheim die zentrale Anlaufstelle. Auf 3.000 Quadratmetern sind im Gebäude des ehemaligen Emma-Jaeger-Bads neben Büros, Ateliers und Coworking-Spaces auch voll ausgestattete Werkstätten für Mode-, Accessoire-, Schmuck- und Industriedesign zu finden. Diese umfassen auch historische Maschinen zur manufakturellen Schmuckherstellung, an denen das traditionelle Handwerkswissen praktiziert und weitergegeben wird. Im denkmalgeschützten Jugendstilgebäude sitzt zudem das Team des Fachbereichs Kreativwirtschaft der Stadt Pforzheim, das Workshops, Seminare, Coachings und Stipendienprogramme wie „Designers in Residence“ zur Unterstützung und Vernetzung anbietet. Durch Veranstaltungen wie den Designmarkt „Schöne Bescherung“ oder das Quartiersfest tritt das EMMA in den Dialog mit der Stadtgesellschaft und fördert den Ruf Pforzheims als Designstandort.
Der Gasometer Pforzheim ist mittlerweile weit über die Grenzen der Goldstadt hinaus bekannt, denn die 360°-Panoramen des Berliner Künstlers Yadegar Asisi begeistern die Besucher*innen aus nah und fern. Nach „Rom 312“ (2014-2018), „Great Barrier Reef“ (2018-2023) und „Pergamon“ (2023-2024) führt nun „Amazonien“ in die Tiefen des brasilianischen Regenwalds, mit seiner faszinierenden Pflanzen- und Tierwelt. Das immersive Erlebnis wird unterstützt durch eine eindrucksvolle Lichtinstallation mit Tag- und Nachtsimulation, eine realistische Geräuschkulisse und eigens komponierte Musik von Eric Babak. Im angeschlossenen Bistro gibt es Snacks, Kuchen und Getränke. Darüber hinaus dient der denkmalgeschützte Industriebau auch als Location für Events und Konzerte.
Die Goldschmiedeschule Pforzheim mit ihrer langen Geschichte, die bis ins Jahr 1768 zurückreicht, genießt internationale Anerkennung. Seit den 1960er-Jahren liegt ihr Fokus auf der Vermittlung handwerklicher Techniken sowie Design und Gestaltung. Heute bietet die Schule eine breite Palette an Berufsausbildungen, dualen Studiengängen und Meisterausbildungen in den Bereichen Goldschmiederei, Uhrmacherhandwerk, Design und Galvanotechnik an.
Bereits seit 1877 gibt es die Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim mit ihren Vorgängerinstitutionen. Sie ist damit eine der ältesten, traditionsreichsten und renommiertesten Hochschulen mit der Disziplin Gestaltung im bundesdeutschen Sprachraum. Hier studieren rund 600 angehende Designer*innen aus aller Welt. Die Fakultät bietet sechs Bachelor- und vier Masterstudiengänge: Accessoire Design, Mode, Industrial Design, Schmuck, Transportation Design und Visuelle Kommunikation. Die Masterstudiengänge Transportation Design, Jewellery, Creative Direction und Design & Future Making vertiefen Designkompetenz. Im historischen Gebäude in der Holzgartenstraße 36 stehen den Studierenden für die Umsetzung ihrer Projekte erstklassige Werkstätten, Medien-Labore und Studios zur Verfügung. Zum Semesterende präsentieren die angehenden Designer*innen ihre Arbeiten und Projekte in einer Werkschau.
Veranstaltungsort mit kostenfreien Kursen und Räumen für kreative Events wie Konzerte, Poetry Slam, Theateraufführungen und mehr
Special Events
Pforzheim ist ein reger Veranstaltungsort mit einem abwechslungsreichen Programm für Einheimische und Gäste gleichermaßen. Von Ausstellungen bis hin zu Musikfestivals bietet die Stadt eine Vielfalt an Events. Die Pforzheimer Szene wird durch Vernissagen und Designmärkte bereichert. Musikliebhaber*innen können sich auf Konzerte verschiedener Genres freuen, von klassischer Musik über Jazz bis hin zu Rock. Darüber hinaus ziehen Feste und Märkte Besucher*innen aus nah und fern an.
Im Juli | Zwischen dem EMMA - Kreativzentrum, A.K.T; und der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim ist ein lebendiger Begegnungsviertel für Studierende, Kreativschaffende und Anwohner*innen entstanden. Beim jährlich im Sommer stattfindenden "Alfons & Emma. Quartiersfest an der Enz" können Besucher*innen bei Ausstellungen, Workshops, Vorträgen, Essen und Musik das Quartier erkunden und hinter die Kulissen der Kreativschaffenden schauen.
Im September / Oktober | BlackForestJazz ist ein hochkarätiges Jazz-Festival unter Leitung des international renommierten und mehrfach ausgezeichneten (OPUS und ECHO) Musikers, Sebastian Studnitzky. Das Festival ist Ort für neue Stilrichtungen im internationalen Jazz und bringt neben jungen Musiker*innen auch die großen nationalen und internationalen Künstler*innen nach Pforzheim und in die Region Nordschwarzwald.
Von April - Juni | Jedes Jahr ruft die Stadt zusammen mit der Hochschule und dem Design Center Baden-Württemberg internationale junge Designer*innen dazu auf, Teil des Stipendienprogramms „Designers in Residence“ zu werden. Eine Jury wählt drei Talente aus, die von April bis Juni im EMMA - Kreativzentrum an voll ausgestatteten Arbeitsplätzen arbeiten dürfen und Unterkünfte sowie finanzielle Unterstützung erhalten. Die Ergebnisse werden im Anschluss in einer Ausstellung präsentiert.
Im Juli | Tausende Besucher*innen lockt der Gruschtelmarkt jährlich in die Pforzheimer Innenstadt, auch unter Händler*innen ist der traditionelle Markt in der Fußgängerzone und auf dem Marktplatz äußerst beliebt. An einem ausgewählten Wochenende im Sommer können Flohmarkt-Fans hier stöbern und feilschen. Ob Textilien, Haushaltswaren, Bücher oder Antiquitäten – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Für die kleinen Gäste gibt es sogar einen Kinderflohmarkt.
Im Oktober / November | Kunst, Schmuck und Design sichtbar machen: Die Veranstaltung bietet Besucher*innen regelmäßig spannende Einblicke in die Arbeit von professionellen Kreativen aus Pforzheim und der Kulturregion Nordschwarzwald. Neben bildender Kunst werden auch Schmuck, Design und andere gestalterische Positionen gezeigt. Private Ateliers, temporäre Ausstellungsräume und öffentliche Orte öffnen ihre Türen und laden zum Entdecken ein.
Im August / September | In den Sommerferien bietet das Open-Air Kino unvergessliche Filmabende unter freiem Himmel. Das Team des Kommunalen Kinos stellt dafür jedes Jahr ein abwechslungsreiches Programm aus Vorpremieren, Neuerscheinungen und Filmklassikern zusammen. Im Innenhof des Kulturhaus Osterfeld finden über 1000 Besucher*innen vor einer riesigen Leinwand Platz. Bei Regenwetter dient der Große Saal des Kulturhauses den Kinogästen als trockene Alternative.
Architektonische Highlights
Das Pforzheimer Stadtbild ist geprägt von der Architektur der 50er und 60er Jahre, dem kulturellen Erbe der Nachkriegszeit mit ihrer kompromisslosen Moderne. Im Februar 1945 wurde die Innenstadt durch einen Luftangriff nahezu vollständig zerstört. Nach dem Krieg entschied man sich – anders als in den meisten anderen deutschen Städten – nicht für einen Wiederaufbau, sondern zu einem radikalen Neuanfang. Namhafte Architekten setzten mit ihren Visionen von Licht und Leichtigkeit Maßstäbe, die auch heute noch Beachtung finden.
Das Pforzheimer Amtsgericht ist ein herausragendes Beispiel der Architektur der fünfziger Jahre. Es wurde zwischen 1956 und 1958 nach den Entwürfen des Architekten Heinrich Gremmelspacher erbaut und befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof. Das Gebäude, das heute unter Denkmalschutz steht, besticht durch sein Schalendach und dem zweihüftigen Bürogrundriss sowie einem einfachen, aber robusten Innenausbau. Die verglasten Treppenhäuser vermitteln den Eindruck von Leichtigkeit und Transparenz, als Ausdruck der Demokratisierung. Der große Sitzungssaal beeindruckt mit einem Holzintarsienwandbild, gestaltet von Willi Müller-Hufschmid. Wie im damaligen Entwurf bereits vorgesehen, wurden das bestehende Verwaltungsgebäude und der angrenzende Saalbau im Jahr 2008 durch einen senkrecht zum Hang stehenden Neubau erweitert, der mit dunkelblauen Fliesen verkleidet ist und über einen verglasten Verbindungssteg erschlossen wird.
Das ehemalige Gesundheitsamtsgebäude Pforzheim liegt am Blumenhof, einer großzügigen Grünanlage in der Innenstadt, zwischen dem Drei-Flüsse-Brunnen und dem Waisenhausbrunnen, und grenzt an die Barfüßerkirche. Erbaut im Jahr 1955 als Ersatz für ein kriegszerstörtes Siechenhaus aus den Jahren 1824/1826, präsentiert sich das neue Gebäude – in dem sich heute der Wohlfahrtsverband Caritas befindet – als pavillonähnliche Struktur nach den Entwürfen des Architekten Heinrich Gremmelspacher. Das Tragwerk ist sichtbar und zeigt große Fenster mit schmückenden Ausfachungen, die aus hellen und ockergelben Ziegeln in einem Rautenmuster-Zierverband bestehen. Die Eingangszone ist voll verglast und verfügt über ein angegliedertes Treppenhaus. Im oberen Treppenhaus erwartet die Besucher*innen ein zweigeschossiges Wandbild, geschaffen im Jahr 1955 von Bernhard Karl Becker, das ein Sonnensymbol in zarten Pastelltönen zeigt.
Er gilt als ein architektonisches Juwel der Nachkriegsmoderne: 1958 eröffnet und gestaltet vom renommierten Architekten Helmuth Conradi, steht der Pforzheimer Hauptbahnhof seit 1989 unter Denkmalschutz – und ist ein gelungenes Beispiel für die Verbindung von Tradition und Moderne. Das herausragende Merkmal des Bahnhofs ist seine imposante Empfangshalle: Sie öffnet sich mit einer großflächigen Glasfront zum Vorplatz hin. Ein filigranes Vordach aus goldeloxierten Aluminiumplatten betont den Eingang und verweist auf die historische Bedeutung der Uhren- und Schmuckindustrie für Pforzheim. Im Inneren der Halle sorgen Deckenstreifen entlang der Längswand für eine subtile indirekte Beleuchtung, während elegante Wandflächen aus Granit die Halle umrahmen. Ein weiteres Highlight im Inneren ist das große Wandrelief von Josef Karl Huber, das das Thema „Goldstadt an der Schwarzwaldpforte“ abstrahierend aufgreift.
Hätte der Architekt Egon Eiermann nicht den Mut gehabt, eine bahnbrechende Neuerung auszuprobieren, wäre das Erscheinungsbild der Pforzheimer Matthäuskirche sicherlich anders ausgefallen. Die Rede ist von Dickglas, einer Gussglastechnik, die besondere Licht- und Farbreflexe ermöglicht. Beim Bau der Matthäuskirche wurden Dickglasscheiben in quadratische Betonsteine eingefasst, die wiederum aus dem Trümmersplitt des im Februar 1945 fast völlig zerstörten Pforzheim hergestellt wurden. Mit Ausnahme der Verglasung und der Engelsplastik an der Außenwand hat Eiermann die gesamte Kirche entworfen, bis hin zu den Stühlen, Lampen und den Prinzipalstücken Kanzel, Altar und Taufstein. Entstanden ist nicht nur ein einzigartiger Gottesdienstraum, sondern auch ein Ort, der Architekturbegeisterte aus aller Welt anzieht – und als Vorbild für viele Nachkriegs-Kirchenbauten diente, darunter die Gedächtniskirche in Berlin.
Das Reuchlinhaus, Heimat des Schmuckmuseums und des Kunstvereins, ist ein herausragendes Beispiel der Architektur der Nachkriegsmoderne. Es wurde 1961 nach Entwürfen von Manfred Lehmbruck erbaut und steht im Zeichen des „International Style“, angelehnt an die Baukunst von Ludwig Mies van der Rohe. Ursprünglich war das Gebäude als Kulturzentrum geplant und beherbergte auch Stadtarchiv, Heimatmuseum, Bücherei und Kunstverein. Der Architekt gestaltete darum jeden Baukörper in Bezug auf das, was darin präsentiert werden sollte: Das Gebäude des Heimatmuseums verkleidete er mit Sandstein aus dem Schwarzwald, die Außenhaut des Schmuckmuseums formte er aus Aluminium und Glas, die Ausstellungshalle des Kunstvereins erhielt eine Stahl-Glas-Konstruktion und die Stadtbücherei einen verglasten Betonbau. Das Herzstück bildet nach wie vor die Eingangshalle: Von hier aus bietet sich ein toller Blick in den umgebenden Stadtgarten.
Shopping
Pforzheim bietet eine feine Shoppinglandschaft mit qualitativen Fachgeschäften. Sie finden sich entlang der neu gestalteten Fußgängerzone, am Leopoldplatz in der Bahnhofstraße oder am Sedanplatz. Besonders reizvoll ist auch die Dillsteiner Straße, wo sich viele Einzelhändler angesiedelt haben. Bereichert wird das Einkaufserlebnis außerdem durch Wochenmärkte entlang der Enz oder im historischen Viertel der Nordstadt mit ihren Gebäuden aus der Wilhelminischen Zeit.
Blumen- und Pflanzengeschäft mit eigener Gärtnerei
Erlesene Bio-Lebensmittel und Naturwaren
Designermode für Damen
Lebensmittel, Feinkost, Antipasti und Blumen im Zentrum der Stadt
Essen & Trinken
Pforzheim bietet mit mehr als 140 vertretenen Nationen eine kulinarische Reise rund um die Welt. Neben gutbürgerlicher Küche präsentiert sich in den Restaurants der Stadt eine breite Palette an internationalen Spezialitäten: von japanischen Sushi-Kreationen über thailändische Sommerrollen, indische Currys bis hin zu venezolanischen Arepas – hier findet sich eine Fülle von Aromen und Geschmäckern. Darüber hinaus laden Bars, Jazzclubs und Cafés zu köstlichen Cocktails, Live-Musik und entspannten Stunden am Ufer der Enz ein.
Türkisches Restaurant mit Frühstück, Grill und feinem Nachtisch
Currywurst mit steigendem Schärfegrad, auch in vegetarischer Variante
Deutsche Küche in uriger Atmosphäre
Deutsche Küche und Biergarten an der Pforte zum Schwarzwald
Wechselnde Speisen im gemütlichen Ambiente
Türkische Bäckerei und Frühstück im Zentrum der Stadt
Be Creative
Für alle, die selbst kreativ werden möchten, bietet Pforzheim zahlreiche Möglichkeiten, die eigene Gestaltungskraft zu entdecken. Kinder wie Erwachsene finden hier passende Formate – sei es beim Schmuckdesignen, Töpfern oder Malen. Ob Tanz und Bewegung, praxisnahe Zeichentechniken oder Workshops zur traditionellen Schmuckherstellung: Die Angebote reichen von offenen Drop-in Formaten über individuelle Schmuckkurse bis hin zu kreativen Events wie Poetry Slam, Cosplay oder Streetart und laden dazu ein, Neues auszuprobieren und eigene Ideen zu verwirklichen.
Raus ins Grüne
Pforzheim zählt mit einem Anteil von 83,5 Prozent Grünfläche zu den grünsten Großstädten Deutschlands. Von den Stadtgärten bis zu den renaturierten Flussufern von Enz, Nagold und Würm bietet die Stadt zahlreiche Erholungsmöglichkeiten. Die reizvolle Lage am Rande des Schwarzwaldes lockt zudem mit Wanderwegen und idyllischen Kurorten für erholsame Ausflüge. Die reiche Natur ist nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren.
Surffeeling mitten in Pforzheim: Seit September 2021 ist das Flusssurfen im Metzelgraben möglich. Die blackforestwave liegt direkt am Stadtgarten, unweit vom einzigartigen Schmuckmuseum, und ist die erste Flusswelle ihrer Art. Durch eine Konstruktion wird sie unter Wasser künstlich erzeugt und kann auf verschiedene Pegelstände eingestellt werden. Ihr klares Wasser bezieht sie aus der Nagold, dem Schwarzwaldfluss. Bei geeignetem Wasserstand ist die Welle sowohl tagsüber als auch nachts surfbar, da sie beleuchtet ist. Das Projekt wurde vom Verein blackforestwave initiiert, der sich mit über 200 Mitgliedern für Wassersportaktivitäten mit Rücksicht auf die Natur einsetzt. Die Vereinsmitglieder haben exklusiven Zugang zur Welle. Aber auch Nicht-Mitglieder können sich bei Open-Surf-Events und anderen Veranstaltungen aufs Wasser begeben und anschließend die Musik und Leckereien der Foodtrucks bei ausgewählten Veranstaltungen genießen.
Seit der Landesgartenschau 1992 ist der Enzauenpark ein Magnet für Besucher*innen. Nicht nur der Biergarten lockt die Gäste, sondern auch die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten – darunter ein Wasserspielplatz, ein Spiel- und Bewegungsweg und ein Spielpark. Für Sportliche gibt es eine Basketballwiese. Wer mag, erkundet die Spazierwege oder entspannt am Wasser. Im Sommer bieten Konzerte, Festivals und das Lichterfest weitere Attraktionen.
Das denkmalgeschützte Hofgut Buckenberg bietet eine herrliche Aussicht auf die Stadt und den Schwarzwald sowie alte römische Wege, die zum Wandern einladen. Die landwirtschaftlichen Flächen rund um den Hof werden biodynamisch bewirtschaftet und sind Demeter-zertifiziert. Ein besonderes Erlebnis sind die Alpakawanderungen, bei denen man die gelassenen Tiere durch den angrenzenden Wald sowie entlang von Feldern und Streuobstwiesen führt.
18 Kilometer nördlich von Pforzheim gelegen, befindet sich Maulbronn mit der am besten erhaltenen mittelalterlichen Klosteranlage nördlich der Alpen. Die Zisterzienser begannen Mitte des 12. Jahrhunderts mit dem Bau – es entstand eine riesige Klosterstadt. Seit 1993 gehört das Kloster zum UNESCO-Welterbe. Um das Monument herum gibt es mehrere Rundwanderwege und auf dem Gelände finden regelmäßig Konzerte, Märkte und Festivals statt.
Die Fernradwege, die von Pforzheim ausgehen, zählen zu den schönsten Deutschlands. Unter ihnen ragt der Nagoldtal-Radweg hervor: Auf dem rund 90 Kilometer langen Weg begleiten Radler*innen die Nagold auf ihrer Reise durch den Schwarzwald. Das Flüsschen entspringt in Besenfeld-Urnagold, bevor es in Besenfeld-Erzgrube von der Nagoldtalsperre angestaut wird. Dann geht ihr Lauf weiter durch Altensteig, vorbei an Forellenteichen und an einer historischen Flößerstube zur Stadt Nagold. Von der Schäferstadt Wildberg führt der Weg ins malerische Seitzental und weiter zur Station Teinach, danach in die Hermann-Hesse-Stadt Calw. Die nächste Rast kann in den historischen Klosteranlagen von Hirsau eingelegt werden, bevor eine traumhafte Strecke von Bad Liebenzell über Unterreichenbach nach Pforzheim führt. Die Tour kann auch in umgekehrter Richtung bewältigt werden, erfordert dann aber besondere sportliche Fähigkeiten.
Der Wallberg ist ein markantes Wahrzeichen Pforzheims, das von allen Punkten der Stadt aus zu erkennen ist. Ursprünglich war er eine natürliche Erhebung, die nach dem Zweiten Weltkrieg mit 1.650.000 Kubikmeter Schutt aufgeschüttet wurde – was ihm seinen Beinamen „Monte Scherbelino“ einbrachte. Heute ist der Wallberg nicht nur ein beliebter Aussichtspunkt, sondern auch ein Mahnmal mit weithin sichtbaren Stelen auf der Plattform.
Der fünf Kilometer lange Rundweg schlängelt sich durch den historischen Flößerort Dillweißenstein und an der Nagold entlang, bis zu drei mittelalterlichen Burgruinen, die mystische Geschichten erzählen
Hier befindet sich eine kleine Oase im Zentrum der Stadt, die Ausblick auf 50er-Jahre Architektur bietet, stets begleitet vom idyllischen Plätschern des Drei-Flüsse-Brunnens
Insel-Feeling zwischen Nagold und Enz: Bei gutem Wetter trifft sich groß und klein zum Boule spielen oder auf dem großen Kinderspielplatz unter den Linden
Der Stadtgarten mit seinen Spazierwegen an der Nagold, majestätischen Ginkgo Bäumen und einem großen Springbrunnen ist ideal dafür geeignet, die Seele baumeln zu lassen
Durch dichten Wald führt dieser Fahrrad- und Wanderweg und lädt ein, am Arboretum über seltene Baumarten zu lernen oder sich am Pfatschbach abzukühlen
PF Design Map
Die interaktive Karte wird erst geladen, wenn du die Cookies akzeptierst.